Traumhaft arbeiten nach ausgedehnten Zeiten der Ruhe

Ist ein ausgiebiger Schlaf wirklich Zeitverschwendung? Viele Workaholics unterschreiben das sofort. Auch andere Menschen sehen in dem Nachtschlaf ein notwendiges Übel, das sie gerne auf ein gerade noch lebbares Minimum verkürzen würden. Wenn sie nur könnten … Aber hier ist der Knackpunkt: Der Mensch kann nicht, denn er braucht Schlaf. Der eine zwar weniger und der andere ausgiebiger, aber er wird benötigt. Und während des Schlafs leistet der Körper mehr, als so mancher glaubt.

Schlaf dient nicht nur der Entspannung und dem Ausgeruhtsein – vor allem dient er dem Stoffwechsel, der Zellerneuerung und der Hormonproduktion, die alle im wachen Zustand nicht arbeiten können. In den Ruhepausen arbeiten auch die Truppen des Immunsystems besonders fleißig. Den Prozess, der während des Schlafs im Körper vor sich geht, kann man ungefähr mit der Defragmentierung der Festplatte des PCs vergleichen: Die Nervenzellen des Gehirns ordnen sich, Erlebnisse werden abgespult und aufgearbeitet, die wichtigen von den unwichtigen Dingen getrennt und alles Unbrauchbare gelöscht, damit das Gehirn nicht vom Informations-Chaos überlastet wird. Datenmüll wird einfach aus dem Kurzzeitgedächtnis geworfen. Auch an einem PC, der gerade defragmentiert, kann nicht gearbeitet werden. Hinterher ist aber Platz für neue Inhalte.

Aus diesem Grund ist in dem Spruch, dass man im Schlaf am besten lernt, einiges an Wahrheit. Gelernte Inhalte werden vom Gehirn wiederholt, wenn sie geordnet werden. Der frühe Schlaf ist für das Erlernen von deklarativen Dingen wichtig: Manchmal genügt schon ein Nickerchen am Nachmittag, und vorher gepaukte Vokabeln oder Formeln sind »wie im Schlaf« erlernt. Das prozedurale Gedächtnis, mit dem Fähigkeiten erlernt werden, trainiert der Körper am besten nach der Tiefschlafphase, in der Traumphase. Das haben Schlafforscher herausgefunden. Und die Legenden über große Köpfe scheinen die Ergebnisse zu bestätigen: Wer weiß nicht um die Geschichte, dass August Kékulé von Stradonitz die Idee vom Benzolring im Schlaf ereilte?

Entscheidend für produktiven Schlaf ist aber nicht die Dauer, sondern einzig und allein die Qualität. Wer in den ersten vier bis fünf Stunden abwechselnd Leicht-, Tief- und Traumschlafphasen hat, Zyklen, die sich idealerweise im 90-Minutentakt wiederholen, der kann nach dieser kurzen Zeit sehr erholt aufwachen. Eine Nacht durchzuarbeiten, damit man noch die zündende Idee findet, bringt indes nichts: Das Gehirn ist von dem Chaos überlastet, und die geminderte Leistungsfähigkeit am anderen Tag wird alle erzwungenen Taten nivellieren.

Weitere Informationen: Brainpower

BusinessLetter

Martin Pritzkow
Fontanestraße 7
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Traumhaft arbeiten nach ausgedehnten Zeiten der Ruhe wurde am 31.03.10 um 09:45 in Motivation & Erfolgsstrategien veröffentlicht.
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