Bad- und Küchenstudio

Die Einrichtung von Küche und Bad wird weitgehend von einer individuellen Wohnkultur bestimmt. Jeder Mensch hat darin seine eigenen Vorstellungen und es ist die Aufgabe eines Bad- und Küchenstudioinhabers diese Kundenvorstellung weitgehend zu verwirklichen. Dazu bedarf es neben einer soliden Grundausbildung im fachlichen Bereich als Schreiner, Innenarchitekt, Raumausstatter o.ä., eines ästhetischen Gespürs für die zweckmäßigen und gestalterischen Gegebenheiten.

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Ihr Angebot wird in erster Linie daraus bestehen, anhand von Mustereinrichtungen in Ihren Geschäftsräumen, den Kunden die individuelle Gestaltung der eigenen Bad- und Küchenräume zu erarbeiten. Hierzu müssen Sie in der Lage sein Pläne für die Aufteilung und Bestockung der Räume zu erstellen, Zeichnungen aufs Papier zu bringen und maßgetreue, wirkliche Passformeinrichtungen zu bieten. In den meisten Fällen kommen Sie dabei nicht ohne fremde Hilfe aus, zumal dann, wenn beispielsweise Veränderungen am Bad, der Toiletteneinrichtung oder der anderen sanitären Einrichtungen vorgenommen werden müssen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich rechtzeitig der Zusammenarbeit mit Installateuren, Plattenlegern und Hausrathändlern versichern. Gerade durch den Umstand, dass Sie – sei es durch eigene Arbeit, sei es in Kooperation mit anderen Firmen – alles aus einer Hand individuell liefern und installieren bzw. aufstellen können, wird Sie gegenüber der recht umfangreichen Konkurrenz herausheben und für Kunden attraktiv machen. Der Trend zum Selbermachen, ist zwar auch ein Weg zur preiswerteren Möblierung, aber gerade bessergestellte Familien sehen in dieser oft qualitativ nicht ausreichenden Massenbelieferung einen Nachteil, den Sie ausgleichen können.

Der Kapitalbedarf für ein gutausgerüstetes Studio mit Muster- und Warenlager ist nicht gerade gering. So wird man für den Ladenausbau, dessen Ausstattung, Mustereinrichtungen und Warenlager annähernd € 55.000 veranschlagen müssen. Hinzu kommen die laufenden Kosten für Miete, Lebenshaltung und Kreditraten, die in der Anlaufphase hauptsächlich aus der Startinvestition gedeckt werden müssen. Selbst unter der Voraussetzung, dass Sie etwa 10-15% der Investition aus Eigenmitteln bestreiten können (Bankguthaben, Ersparnisse, Lebensversicherung, Bausparvertrag o.ä.), bleibt noch ein erhebliches Finanzierungsloch, das durch Fremdmittel gestopft werden muss.

Es empfiehlt sich deshalb, Ihr Vorhaben rechtzeitig, also vor Gewerbeanmeldung, mit dem Kreditberater Ihrer Bank durchzusprechen und anhand eines genauen Investitionsplans zu ermitteln, wie hoch der Kapitalbedarf tatsächlich ist. Die frühzeitige Kontaktaufnahme ist deshalb so wichtig, weil – sofern Sie Landes- oder ERP-Existenzgründungsdarlehen beanspruchen können – Sie die zinsgünstigen Staatszuschüsse vor Betriebsaufnahme beantragen müssen.

Je mehr Sie selbst gewillt sind, sich in Ihrem Betrieb zu engagieren und eventuell nur mit Hilfe der Ehepartnerin bzw. des Partners personell auszukommen, desto schneller werden Ihre Umsätze sich in positiven Bahnen bewegen. Gut eingeführte Unternehmen in der Branche geben einen Durchschnittsumsatz von ca. 550.000 € im Jahr an, wovon nach Abzug der Kosten für Einkauf, Miete, Werbung, Fahrzeug und Lebenshaltung knapp 30-40% (vor Steuern) übrigbleiben. Bereits ein bezahlter Angestellter kostet Ihnen im Jahr um € 22.000, die zusätzlich erwirtschaftet werden müssen. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass ein Anfänger, der sich erst einen festen Kundenstamm schaffen muss, die durchschnittlichen Jahresumsätze in den ersten Jahren kaum erreichen dürfte. Sofern es sich machen lässt, sollten Sie lieber mit entsprechenden Handwerkern auf Kooperationsbasis von Fall zu Fall zusammenarbeiten, als sich feste Leute einzustellen. Das gilt besonders dann, wenn Sie selbst keinen Meister -titel besitzen und demzufolge handwerkliche Tätigkeiten nur in einem begrenzten Umfang durchführen dürfen.

Ein wesentlicher Punkt zur Umsatzgestaltung ist der günstige Einkauf Ihrer Küchen- und Badmöbel, sowie der erforderlichen Zubehöre. Achten Sie darauf, dass Sie möglichst sofort vom Werk einkaufen und nicht etwa den verteuernden Zwischenhandel mitverdienen lassen. Erfragen Sie die Lieferkonditionen, Bestellfristen, Zahlungsbedingungen und die Palette der Angebote. Prüfen Sie vor Bindung an ein Unternehmen auch die Angebote einiger anderer und stellen Sie vor Kauf erst einmal fest, ob man ggf. gewillt wäre, Ihnen eine Musterküchenausstattung auf Kommission zu liefern. Das würde bedeuten, dass Sie Ihre Schau- ¬oder Verkaufsraummodelle erst dann zu bezahlen hätten, wenn sich ein Käufer dafür gefunden hat. Stellen Sie außerdem fest, inwieweit das Unternehmen bereit ist Ihre Arbeit werbemäßig zu unterstützen und verlangen Sie Verkaufskataloge, die Sie den Kunden zur Auswahl des Programms vorlegen können. In jedem Fall muss gesichert sein, dass die Lieferfirma Maßanfertigungen nach Ihren Vorgaben durchführt und auf Farb- und Gestaltungswünsche eingeht.

Das ist selbstverständlich auch für die Badeinrichtungen von großer Bedeutung. Sehr wesentlich ist, dass die Angebote im Trend liegen und sich an der modernen Entwicklung orientieren. Neben Neueinrichtungen darf dabei auch der Bereich der Ergänzung älterer Küchenbestandteile mit neueren nicht Übersehen werden. Es muss möglich sein bereits vorhandene Stil- und Einrichtungselemente mit neuen harmonisch zu verbinden. Daneben entscheiden oft praktische Vorzüge über den Kauf einer Einrichtung. Manche Kunden mögen indes neben der eigentlichen Ausstattung nostalgische Zubehöre im Dekorationsbereich. Lassen Sie diese Möglichkeit eines attraktiven Zusatzverdienstes nicht außer Acht, zumal sich solche Nebenprodukte auch gut zur Unterstreichung der Muster- und Ausstellungsstücke machen.

Bei der Werbung ist zu beachten, dass Sie Bad und Küche keinem Massenpublikum verkaufen können. Deshalb sind geschmackvoll eingerichtete Schauecken in großzügig angelegten Fenstern und Verkaufsräumen als Blickfang sehr wichtig. Experten raten zu einer Mindestverkaufsfläche in der Größenordnung von 150qm, wodurch erst eine magnetische Wirkung auf den Kunden erzeugt wird. Zu kleine Räume vermitteln eher das Gefühl von Enge und Unzulänglichkeit, abgesehen davon reichen sie meistens für die Erstellung einer Musterkollektion nicht aus. So gesehen ist bereits der günstige Standort für Sie eine Frage, die auch vom werbetechnischen Blickwinkel aus gesehen werden muss. Wenn zudem auch noch andere Geschäfte, mit einem breiten Angebot für anspruchsvolle Kunden in der Nähe etabliert sind, kann eine gute Citylage nur positiv auf die Käufer wirken. Daneben ist zu beachten, dass das Umfeld Ihres geplanten Geschäfts aus einer Bevölkerung besteht, die eher einen gehobenen Lebensstandard pflegt und besser situiert ist. Auch eine reiche Passantenfrequenz ist für Ihr Unternehmen wichtig. Abgesehen davon ist daran zu denken, dass Lieferanten nicht zu viel Umstände haben, um an Ihre Warenlager zu kommen. Neben der Werbung in den eigenen Geschäftsräumen hat sich eine Folienreklame am Geschäftsfahrzeug mit Adresse und Telefonnummer bewährt. Je mehr Sie sich für die schlagworthafte Sloganwerbung entscheiden, desto eher wird Ihr Name in aller Leute Munde sein. Bieten Sie nicht nur den Verkauf von Bad¬- und Kücheneinrichtungen, sondern offerieren Sie “Gestaltung, Flair und Atmosphäre im Stil der neuen Zeit”.

Rechtlich gesehen haben Sie für die Eröffnung Ihres Bad- und Küchenstudios nicht viel mehr zu tun, als eine Anmeldung Ihres Gewerbes beim zuständigen Ordnungsamt vorzunehmen.

Von dort wird das Finanzamt informiert und die Industrie- und Handelskammer, deren Mitglied Sie automatisch werden. Sollten Sie Ihre Dienstleistungen, wie Einbau, Installation und Montage in eigener Regie durchführen wollen, müssen Sie in die Handwerksrolle eingetragen werden und brauchen entweder selbst den Meisterbrief oder einen geschäftsführenden Meister. Entsprechende Prüfungen können ggf. nachgeholt werden. Sprechen Sie jedoch wegen einer eventuellen Ausnahmeregelung in jedem Fall dann erst mit der Handwerkskammer Ihres Ortes. Bei Ihnen beschäftigte Personen müssen spätestens 8 Tage nach Ihrer Gewerbeanmeldung der Berufsgenossenschaft mitgeteilt werden, die sie – auf Ihre Kosten – gegen Unfall und Betriebskrankheiten versichert.

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Impressum
Michaela Karnikowski
Dönnstraße 28
44359 Dortmund

eMail mk@koskar.de


Bad- und Küchenstudio wurde am 10.01.10 um 11:03 in Geschäftsideen veröffentlicht.
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