Autozubehörhandel
Der Autozubehörhandel: Ein großer, durchaus lukrativer Markt, mit zur Zeit etwa 2500 Facheinzelhandelsgeschäften. Den Hauptanteil des Gesamtumsatzes erwirtschaften die Kfz-Werkstätten, es folgen branchenübergreifende Großanbieter, Kauf- und Warenhäuser, C&C-Märkte, Baumärkte, Spezialversender, der Kfz-Zubehörfachhandel und Tankstellen. Während die Großen der Branche ihre Attraktivität durch besondere Serviceangebote zu steigern suchen (Waschboxen, Stellplätzen für Selbstreparatur und Ölwechsel), liegt die Chance der Kleineren eher bei einem Spezialsortiment, etwa Hifianlagen für den PKW, Batterien, Autolacken oder spezielle Tuning-Ausstattungen. Nicht empfehlenswert: der Vertrieb von Reifen und energiesparenden Vorrichtungen/ Katalysatoren, da sie kaum im Do-it-yourself-Verfahren eingebaut werden können. Eine eigene Werkstatt mit Kfz-Meister kostet aber Geld. Die Kooperation mit einer kleinen Fachwerkstatt kann sich dagegen lohnen.
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Persönliche Voraussetzungen: als Kleinunternehmer ohne Angestellte sollte man kaufmännisches Denken und technisches Interesse mitbringen, organisatorische Fähigkeiten sowie Verhandlungsgeschick, insbesondere beim Einkauf. Schließlich Fleiß, Einsatzbereitschaft und Kontaktfähigkeit. Bei größerem Umfang kommen Menschenkenntnis, Motivationskraft und Durchsetzungsvermögen hinzu.
Es gibt keine speziellen Rechtsvorschriften. Nötig ist die Anmeldung bei der zuständigen Ordnungsbehörde. Diese teilt das dann automatisch dem Finanzamt und der Industrie- und Handelskammer (kostenlose Existenzgründungsberatung’) mit. Zusätzlich müssen Sie sich bei der Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel (http://www.bge.de/ ) anmelden, bei der alle im Betrieb Tätigen gegen Berufskrankheiten und Unfall versichert sind. Zusätzlich zu der Handelstätigkeit dürfen Sie nebengewerblich Serviceleistungen anbieten, die allerdings eine jährliche Höchstgrenze nicht überschreiten dürfen. Dazu mehr bei der IHK. Wenn Sie diese Höchstgrenze überschreiten sollten müssen Sie das Gewerbeamt benachrichtigen und einen Kfz-Meister vorweisen.
Bei der Übernahme eines bestehenden Geschäftes entfallen Anfangsschwierigkeiten, da das Geschäft bereits bekannt ist, einen Kundenstamm und bewährte, aber evtl. auch teure Mitarbeiter hat.
Man sollte nach den Verkaufsgründen forschen, da schlechte Erwartungen auch gegeben sein könnten, und das Angebot eines Vorbesitzers ohne Zeitdruck prüfen oder von Verbandsexperten oder Unternehmensberatern prüfen lassen. Und ein Steuerberater sollte die Schuldenfreiheit des Geschäfts bestätigen. Die Übernahme eines Konkursbetriebes via Konkursverwalter o.ä. kann durchaus lohnen, wenn man mehr Ideen einbringt als der Vorbesitzer. Wichtig sind auch der Zeitwert des Inventars, der Wert des Lagers (Ladenhüter?) und der Geschäftswert. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes schützt vor alten Steuerschulden.
Auch bei kleiner Betriebsgröße müssen etwa zwischen 66.000 und 150.000 € als Startkapital aufgebracht werden. Will man auch Hobby-Bastler bedienen kommen rasch bis zu 400.000 € zusammen. Bzgl. Verhandlungen mit der Bank hilft ein Überzeugendes Betriebskonzept. Günstige staatliche Finanzhilfen und Investitionskredite erhalten Sie ebenfalls via Bank. Damit die Finanzierung perfekt wird, prüfen die Banken zumeist nicht nur die fachliche Qualifikation des Antragstellers, sondern auch die persönliche Eignung, die Erfolgsaussichten und den Anteil der Eigenbeteiligung bei der Finanzierung. Beispiel: ein Achtel für die Ladeneinrichtung, ein Achtel für die Betriebsmittel und drei Viertel der Summe für das Warenlager. Auf der Finanzierungsseite gibt es die Eigenmittel, auch Landesdarlehen, dann Eigenkapitalhilfen, Bankdarlehen und ERP-Existenzgründungsdarlehen, oder auch Mittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Vergleichen Sie auch Konkurrenzangebote der Banken.
Der Existenzgründer ohne Angestellte erzielt einen Umsatz von etwa 82 500 €, bei Erfahrung steigerungsfähig. Im Autozubehörhandel werden etwa 2500 € pro Autozubehörhandel im Jahr und pro qm umgesetzt. Bei einem gestrafften Sortiment mit einer Ladengröße von 150 qm bedeutet die einen Umsatz von etwa 375 000 € im Jahr. Das gesamte Warenlager wird etwa alle 4-6 Monate umgesetzt. Im Branchendurchschnitt fallen vom Umsatz etwa 10 % für Löhne und Gehälter ab, ca. 75 % für Raumkosten und nur ca. 3,5% als Gewinn, der dann noch versteuert werden muss und von dem Beiträge zur Alterssicherung sowie Tilgungsraten abgezogen werden müssen.
Mit einem gestrafften, aber doch relativ breiten Sortiment können Sie dann einen Kfz-Teilefachhandel aufziehen, bei dem vor allem technische Produkte wie Bremsenteile und Stossdämpfer vertreten wären, aber auch kleinere Produkte wie Motorenöl, Farben, Scheibenwischer, Aufkleber und ähnliche Dinge.
Entscheidend ist auch die Zusammensetzung der Bevölkerung: In einem Arbeiterviertel lohnt es sich, umfassenderes Ersatzteilangebot sowie Werkzeuge anzubieten bei niedrigen Preisen. In einer wohlhabenderen bürgerlichen Umgebung kann man auch teurere Artikel (Stereoanlagen, Ralley-Zubehör, Sportlenkräder) verkaufen. Ein Angebot an Batterien ist relativ unabhängig von der Bevölkerungsstruktur und immer erfolgversprechend. Ein Tuningangebot ist nur zu empfehlen, wenn Berufserfahrung vorhanden ist. Wichtig ist vor allem, dass Sie bei der Marktentwicklung auf dem laufenden bleiben und neue Produkte ins Sortiment aufnehmen.
Als Lieferant kommt der Großhandel in Frage. Hier erhalten Sie nicht nur eine große Auswahl, Preise und Konditionen sind oft sogar günstiger als beim Hersteller. Großhändler können oft wichtige Tips geben, welche Produkte gut gehen. Lieferfristen, Rabatte, Rückgaberecht und Kulanz sind wichtige Punkte.
Ca. 90Z der Kunden sind Endverbraucher. Man sollte daher ein möglichst breites Publikum ansprechen. Standort: Ausfallstraße plus Parkmöglichkeit sind wichtiger als Citylage. Evtl. auch die Nähe einer Werkstatt, mit der man im Tuning-Bereich kooperiert. Man sollte die Schaufenster als Blickfang nutzen, Einrichtung: Übersicht ist gut. Besuchen Sie die Konkurrenz und beobachten Sie dabei das Kundenverhalten. Bremsteile und Auspuffanlagen müssen nicht per Selbstbedienung verkauft werden. Werbung: Geschickten Präsentation auf Regalen, Schaufenster, zu verteilende Handzettel. Empfehlenswert auch ein interessanter Artikel in der Zeitung, wenn Sie technische Neuheiten etc. anzubieten haben. Dagegen erscheint eine Werbung in der Zeitung, die über einen längeren Zeitraum erfolgen müsste, zu kostspielig. Werbeberatung bietet auch die IHK.
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