Auto-Vermietung

Im Autovermietgeschäft scheinen die großen, in den meisten Schwerpunkten vertretenen Firmen, wie Avis, InterRent, Hertz, Hansa, Condor, Bavaria, Europcar etc. den Markt schon weitgehend für sich in Anspruch genommen zu haben. Daneben gibt es in fast allen mittleren Städten der Bundesrepublik eine Vielzahl von Vermietungen, die miteinander im harten Konkurrenzkampf stehen. Tatsächlich dürfte es einem Newcomer in dieser Branche ohne festes Konzept auch nicht leicht fallen, sich noch Marktanteile zu erobern. Noch vor Jahren hatte man gehofft in der Gebrauchtwagenvermittlung einen Weg zu sehen neue Interessentengruppen anzusprechen, aber inzwischen ist die anfängliche Euphorie einer Ernüchterung gewichen. Grund: Hauptsächlich junge Leute, die anhand der Statistiken die meisten Unfälle verursachen, mieteten Gebrauchtwagen und führten zu einer überdurchschnittlich hohen Unfallrate. Das schlug sich auf die Versicherungsprämien nieder. Andererseits wollte ein unfallgeschädigter Leihwagennehmer kein gebrauchtes Fahrzeug, sondern einen neuen Wagen als Ausgleich für den ausgefallenen eigenen.

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Neben der extrem harten Konkurrenzsituation schlägt der hohe Finanzbedarf für die Beschaffung eines ersten Fahrzeugbestands gewaltig zu Buche. Selbst bei gewährten Lieferrabatten müssen pro Mittelklassewagen mindestens € 7.250 Kaufpreis veranschlagt werden. Hinzu kommen die hohen Versicherungsprämien, die durchweg im Vollkasko-Bereich anzusetzen sind, die Kosten für Wartung und TÜV, sowie eventuelle Reparaturen. Selbst wenn Sie nur mit 3 oder 4 Fahrzeugen starten, werden Sie – bei Berücksichtigung aller laufenden Kosten – mit ca. € 55.000 Startkapital rechnen müssen. Da Sie keine Gewinngarantien bieten können, wird Ihre Bank Ihnen auch nur die benötigten Fahrzeuge finanzieren können, für die dann die Kfz-Briefe als Sicherheit deponiert werden. Für die entsprechenden Nebenkosten müssen Sie ggf. auf Ersparnisse, einen Bausparvertrag, eine Lebensversicherung oder ein Privatdarlehen zurückgreifen.

Leider geschieht es in der letzten Zeit häufiger, dass ausländische Leihwagenkunden mit einem solchen Gefährt einfach in die Heimat fahren und das Fahrzeug als eigenes mitnehmen. Andere Kunden benutzen zuweilen für ihre ungesetzlichen Tätigkeiten einen Leihwagen, um sich dadurch einem Zugriff durch die Polizei zu entziehen. Im allgemeinen kann man jedoch sagen, dass es die Erfahrung mir sich bringt, solche dubiosen Absichten bald zu durchschauen.

Die meisten Kunden setzen sich aus Personen zusammen, die einen Unfall hatten und für die Zeit ohne Auto einen Leihwagen benutzen (60%) und Personen, die aus welchen Gründen auch immer, mit dem ausgeliehenen Fahrzeug protzen wollen.

Solange Sie einen kleinen, überschaubaren Betrieb leiten, den Sie selbst und vielleicht gar ein bis zwei Familienmitglieder führen, werden Sie Ihre Preise viel günstiger kalkulieren können, als ein Großbetrieb mit einem erheblichen Verwaltungsaufwand. Um mit diesen Grollen und der übermächtigen Konkurrenz zurechtzukommen, sollten Sie jedoch nicht in einen Kampf bis aufs Messer treten, sondern ihnen vielmehr durch eine etwaige Spezialisierung etwas aus dem Weg zu gehen suchen. Eine solche Besonderheit im Angebot könnte etwa die Offerte an Klubs sein, ihnen einen Kleinbus zur Verfügung zu stellen, der sowohl für die Selbstfahrt, als auch mit Fahrer zur Verfügung gestellt werden kann. Inwieweit sich eine in Frankreich erfolgreich arbeitende Verleihtätigkeit für Motorräder rentieren kann, muss dahingestellt bleiben, da hierfür noch keine Erfahrenswerte vorliegen. Auch der Verleih von Autoanhängern und Kleintransportern ist für jeden einzelnen Bedarf selbst zu testen.

Ein wesentlicher Faktor für die gewinnbringende Auto-Vermietung ist die Bestimmung des Verleihpreises. Hier muss genau unterschieden werden zwischen den Versicherungs- und Benzinkosten und den reinen Leihgebühren. Am besten lassen Sie sich am Anfang mehrere Angebote von Konkurrenzfirmen geben, da Sie anhand der meist erfahrenen alten Hasen schon ungefähr ersehen können auf was es im wesentlichen ankommt. Welche laufenden Kosten Sie dann auf den Preis “umlegen” wird weitgehend davon abhängen, welchen Spielraum Ihnen Konkurrenzangebote lassen. In jedem Fall müssen die Mietkunden das Gefühl haben, bei Ihnen gut aufgehoben zu sein und wenn Ihre Wagen schon nicht billiger sind als die der Kollegen, dann sollte Ihr Service aber Besonderheiten aufweisen, die es woanders nicht gibt. Hier mögen Werbegeschenke (etwa ein Miniauto des Typs, den man zu mieten beabsichtigt), eine Straßenkarte oder ggf. eine Vermittlungsgebühr für neue Kunden eine positive Rolle spielen.

Überhaupt ist es ja zum Anfang wichtig, dass Sie eine Imagewerbung aufbauen und durch Inserate in den Medien und Aufkleber auf den Leihwagen auf sich aufmerksam machen. Sehr nützlich sind in diesem Zusammenhang Kontakte zu den Kfz-Werkstätten der Umgebung, denen Sie für die Vermittlung eines Leihwagenkunden eine Provision gewähren.

Dort kommen ja die Unfallgeschädigten zuerst hin, um den Schaden beheben zu lassen. Von dort kann man den Leuten auch Ihre Fahrzeugvermietung empfehlen und den weiterführenden Service vorstellen.

Ein für Leihkunden sehr nützlicher Dienst stellt der Einwegmietwagen dar. Das heißt, er kann mit dem Leihwagen heimfahren oder an einen vorausbestimmten Platz, von wo aus Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter das Fahrzeug wieder abholen. Dieser Rückholdienst ist dann zwar etwas teurer als die einfache Leihgebühr, aber damit findet sich der Kunde gern ab, wenn ihm selbst dafür die Rückfahrt zur Automietzentrale erspart bleibt. Solche Angebote kommen sehr oft zum Tragen, wenn beispielsweise der Kunde zu einer Veranstaltung fährt und wegen Alkoholgenuß selbst nicht mehr fahren kann. Einige Autoverleiher haben neben dem Verleibgeschäft noch einen Taxibetrieb. Auf diese Weise lassen sich ebenfalls sehr gut Selbstfahrten und Autostellung mit Fahrer verbinden. Dabei genügt es mitunter schon, wenn Sie einen Fahrer beschäftigen, der die Taxilizenz besitzt. Sie selbst können Ihren Betrieb unter der Bezeichnung Autovermietung normal weiterlaufen lassen, während der für Sie tätige Taxifahrer die jeweiligen anderen Aufträge erledigt. Noch einfacher wäre es freilich, wenn Sie mit einigen Taxifahrern eine Kooperation pflegen, d.h., dass Sie eine Vermittlungsgebühr erhalten, wenn Sie ihnen Fahrgäste nachweisen und die Taxifahrer ihrerseits einen Honorarbetrag erhalten, wenn sie Ihnen Selbstfahrerkunden vermitteln. Solche Vermittlungen können Sie sowohl mit den bereits erwähnten Autowerkstätten, als auch mit Tankstellen und anderen Unternehmen durchführen. Ein weiteres Zusatzgeschäft ergibt sich, wenn Sie beispielsweise einen Kleinbus, der im Vermietgeschäft nicht ausgelastet ist, zu einer Sonderfahrt für Klubs und Kaffeegesellschaften unter Ihrer Führung anbieten.

Um sich nicht nur fachlich, sondern auch in rechtlichen Fragen entsprechend weiterzubilden, haben Sie die Möglichkeit Schulungslehrgänge zu besuchen. Dort werden neben den allgemeinen in der Autovermietung wichtigen Aspekten unter anderem auch so heikle Themen wie spezielle Versicherungen gegen Unterschlagung von Fahrzeugen und sogar Existenzhilfen angeboten.

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Impressum
Michaela Karnikowski
Dönnstraße 28
44359 Dortmund

eMail mk@koskar.de


Auto-Vermietung wurde am 09.01.10 um 20:58 in Geschäftsideen veröffentlicht.
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